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Thomas Wickart

Markenarchitekt, Designer & Digital Nomad bei WICKARTIG. DIGITALE DESIGNWERKSTATT
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Im Juli eröffnet das Bureau.d, wo man stunden-, tage-, oder monatsweise einen Arbeitsplatz mieten kann. Das Pendant in Schlieren erfreut sich bereits grosser Beliebtheit.

von Alex Rudolf

Sprechen Mona Sorcelli und Thomas Kupferschmied miteinander, dann umgibt sie ein neudeutsches Wortgewirr. Die zwei Dietiker – beide in ihren Dreissigern, beide in der Kommunikationsbranche tätig, beides schnelle Denker und Macher – haben sich über «Social Media» kennen gelernt und eröffnen am 1. Juli gemeinsam mit Luke Sorcelli und Dragica Kahlina einen «Coworking-Space» namens Bureau.d.

Viel Modernes, Fortschrittliches hat es hier noch nicht. Sorcelli und Kupferschmied sitzen unter dem Einfahrtstor zur ehemaligen Garage Meyer nahe der Kreuzung Flora-/Bremgartenstrasse. Ein Sammelsurium von Büromöbeln steht in der Mitte eines Nebenraums und wartet darauf, platziert zu werden. Die Bureau.d-Initianten sehen ihre Vision des Coworkings aber schon ganz klar vor sich: «Es soll ein Ort werden, wo man gerne Zeit verbringt.»

«Zusammenarbeiten» ist die deutsche Entsprechung des Wortes, obwohl diese Übersetzung nicht ganz präzise ist. Genaugenommen ist damit das Zusammenarbeiten von Selbstständigen oder Freiberuflichen gemeint, die sich in einem Coworking-Raum einen Tisch, einen Stuhl und drahtloses Internet mieten können. Für die Dauer eines Arbeitstages oder zeitlich unbegrenzt. Eine abschliessende Liste von Berufen, die sich für einen Platz an der Florastrasse eignen, gibt es nicht. Hauptsächlich richtet sich Bureau.d an «Menschen, die von zu Hause aus arbeiten und einen günstigen Arbeitsplatz auswärts suchen oder solche mit festem Arbeitsplatz, die einmal pro Woche Abwechslung brauchen», sagt Sorcelli. Auch die beiden Initianten werden mindestens einmal wöchentlich im Bureau.d anzutreffen sein. Sorcelli arbeitet zwei Tag die Woche als Produktmanagerin bei einem Online-Suchdienst und ist zudem selbstständige Bloggerin und Softwaretesterin. Kupferschmied hat seine eigene Kommunikations- und Branding-Agentur.

Die beiden Initianten sind vom Potenzial, das hinter dem Konzept «Coworking» steckt, überzeugt. Einerseits weil es in Dietikon zwar viele eher teure Grossraumbüros gebe, sagt Sorcelli. Doch günstigen Büroraum, der auch tageweise gemietet werden kann, beendet Kupferschmid den Satz, habe es fast keinen. Andererseits geht es um mehr als die blosse Arbeit: Im Gegensatz zu einem Einzelbüro, habe man in einer Bürogemeinschaft einen sozialen oder geschäftlichen Austausch, der einem den Blick über den Tellerrand der eigenen Branche ermöglicht. «In Kaffeepausen kann man sich mit Leuten unterhalten. Dies ist wertvoll, da so auch Geschäftsideen entstehen können», so Kupferschmied.

Der Trend hin zu einer flexibeln Gestaltung des Büroalltags wird stärker und stärker. Ein Blick ins Register des erst kürzlich gegründeten Vereins «Coworking Switzerland» zeigt, dass es schweizerweit bereits über 40 Angebote gibt. Zehn dieser Coworking-Spaces befinden sich im Kanton Zürich, sechs davon in der Stadt Zürich und zwei im Bezirk Dietikon. Neben dem neuen Projekt Bureau.d bietet das von Redsmoke betriebene Coworking Limmattal an der Rütistrasse in Schlieren seit 2013 flexible Arbeitsplätze an.

Sandro Barbieri von Redsmoke ist zufrieden mit dem Geschäft. Derzeit seien sieben der acht zur Verfügung stehenden Bürotische vermietet. Im Gegensatz zum «Bureau.d» bietet Redsmoke nur Arbeitsplätze für mindestens einen Monat an. «Wir haben festgestellt, dass tage- oder stundenweise Vermietung ein enormer koordinativer Aufwand ist», sagt Barbieri. Zudem könnten Interessenten, die einen längerfristigen Arbeitsplatz suchen, so womöglich nicht berücksichtigt werden. 350 Franken kostet ein Bürotisch bei Barbieri monatlich. Inbegriffen darin ist W-Lan, die Mitbenutzung der Sitzungszimmer, der Küche sowie Kaffee und Wasser à discretion. Vornehmlich haben sich Ein-Mann- oder Jungunternehmen aus den Bereichen Finanztechnologie, Design und E-Commerce bei ihm eingemietet. Wachsen seine Mieter personell, können sie laut Barbieri in unmittelbarer Umgebung ebenfalls kleinräumigen Büroraum mieten und müssen Schlieren so nicht verlassen.

Die Standortförderung der Stadt Schlieren subventioniert das «Coworking Limmattal» zwar nicht finanziell, doch verweist sie Jungunternehmen, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz bei der Stadt anklopfen, auf das Angebot. «Schätzungsweise 40 Prozent unserer Platzmieter wurden von der Stadt an uns weiterverwiesen, die restlichen stiessen mittels unserer Website auf uns», so Barbieri.

Auf die Hilfe der Dietiker Standortförderung kann auch das Bureau.d zählen. Die ehemalige Garage an der Florastrasse wurde Mona Sorcelli und Markus Kupferschmied von Standortförderer Michael Seiler vermittelt. «Wir werden dieses Angebot aber auch bei den Unternehmen, mit denen wir ohnehin in Kontakt stehen, für Projektarbeit oder Workshops bekannt machen», sagt Seiler auf Anfrage. Zudem sei geplant, dass auch der Standortförderer selber oft im Bureau.d anzutreffen sei, etwa für informelle Sitzungen oder kleinere Präsentationen.

Drei Abonnemente sind im Angebot. Mit dem unbegrenzten Abo für 390 Franken verfügt man über einen fixen Arbeitsplatz mit drahtlosem Internetzugang, ein Schliessfach und man darf die Räumlichkeiten für Firmenanlässe benutzen. Für 290 Franken muss man ohne festen Arbeitsplatz auskommen und auf ein Schliessfach verzichten. Voraussichtlich 160 Franken kostet ein Büroplatz für einen Tag pro Woche mit drahtlosem Internetzugang. «Das Bureau.d soll etwas werden, das sich stets weiterentwickelt.» Die Entwicklungsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt. Von der Errichtung eines Cafés in der Nähe über den Anschluss an ein schweizweites Cowork-Netzwerks über die Expansion nach Spreitenbach können sich die beiden kreativen Köpfe alles vorstellen. Vorwiegend in neudeutscher Wortwahl.

Am 1. Juli eröffnet das Bureau.d an der Florastrasse 13 in Dietikon. Wer sich für einen Arbeitsplatz interessiert und bei einem Wettbewerb einen Gratis-Probetag gewinnen möchte, kann sich auf der Website www.bureaud.ch über die Details informieren.

Quelle: AZ Limmattaler Zeitung